Kunstschaffende

Im Rahmen des Heimspiels 2021 vereint die Kunst Halle Sankt Gallen ausgewählte Arbeiten, die die Produktion und Vorstellung von Raum verhandeln. Wie er erlebt und Bedeutung geschaffen wird, wer Teil davon ist und was davon sichtbar ist, sind alles Fragen, die die Ausstellung aufwerfen möchte. Anstatt den Raum nur von seinen physischen Grenzen aus zu denken, der die ausgestellten Werke umschliesst, werden die unsichtbaren Bedingungen in den Fokus gerückt. Malerisch, körperlich oder konzeptuell erweitern so die Arbeiten das Verständnis von Raum, um eine gesellschaftlich, politisch und ästhetisch motivierte Dimension.

Wait for my colour & my body
Lichtfarbe, Körperfarbe, Raumfarbe, Symbolfarbe, Lokalfarbe, Druckfarbe, Falschfarbe, Geistfarbe, Schriftfarbe, Naturfarbe, Kunstfarbe – Farbidentität gibt es nicht, Farbmaterie wohl. Grundlage der Wahrnehmung, die immer neu verhandelt werden muss – wie alles andere auch. In der Kunsthalle Appenzell messen 20 Künstler*innen der Welt und sich selbst mit Gemälden, Fotografien, Plastiken, Performances, Interventionen usw. die Farbtemperatur: Sinnbild eines unendlichen transformatorischen Prozesses, in dem die Koordinaten der Wirklichkeit – seien sie ästhetisch, sozial, intellektuell, spiritistisch, politisch … – nicht nur zur Anschauung gebracht werden, sondern für alle Sinne zur Diskussion gestellt werden. 

Die Heimspiel-Ausstellung im Kunsthaus Glarus zeigt Werke von Künstler*innen, die sich mit dem Umgang mit Konventionen beschäftigen. Die ausgewählten Positionen setzen sich kritisch mit dem Ist-Zustand auseinander und stellen Fragen zu materiellen Manifestationen. Dabei handeln sie die Ausdrucksformen und Beziehungen zum Vorhandenen neu aus oder nehmen soziopolitische Problematiken in den Blick, die aus dem Hinnehmen von etablierten Kulturvorstellungen hervorgehen. Um das Gegebene zu reflektieren, greifen die Künstler*innen auf räumliche und mediale Bedingungen zurück oder verweisen auf ideologische Strukturen.

Das Kunstmuseum St.Gallen fächert in der diesjährigen Ausstellung des Heimspiels zeitgenössische Tendenzen der Malerei und der Skulptur in konsequenter Weise auf. Ausgehend von der radikalen Offenlegung der materiellen Voraussetzungen bis hin zur deren digitalen Übersetzung, vereint die Präsentation Werke oder Werkserien von 28 Kunstschaffenden aus der Region der Ostschweiz. Das Re-Arrangieren von alltäglichen Materialien in neue Sinnzusammenhänge bilden dabei das zentrale und das verbindende Element der ausgewählten Kunstschaffenden. Die Ausstellung thematisiert in einer konzisen Zusammenstellung einen erweiterten Malerei- und Skulpturenbegriff. 

Der Kunstraum Dornbirn fokussiert in seinem Programm meist auf raumgreifende Installationen und Environments, welche in der Regel für den Raum konzipiert und im Raum produziert werden. Für Heimspiel 2021 verlassen wir diese programmatische Schwerpunktsetzung und verwandeln die historische Montage Halle in eine Blackbox zur Verhandlung von Raum und Ort, Wahrnehmung und Licht sowie deren Reflektion, Veränderung und Verlust in Film-, Video- und Medienarbeiten.