Heimspiel 2021

Angela Hausheer

Ausgestellt in

Kunsthalle Appenzell
Ziegeleistrasse 14
CH-9050 Appenzell
+41 71 788 18 60
h-gebertka.ch
Di–Sa 14–17 Uhr
So 11–17 Uhr

« I am for the birds, not for the cages in which people sometimes place them. »
John Cage

 «Ich notierte 168 Vogelnamen, die im Deutschen die Eigenart haben, zusammengesetzte Nomen zu sein. Ich zerteilte die Namen und klebte sie alphabetisch geordnet zu gedichtartigen, neuen Texten zusammen. Der Buchstaben S umfasst mehr als ein Blatt: S, SCH, SP, ST. Einzelne Blätter sind leer: C, I, Q, X, Y» (AH).

 Wir wissen, dass Vögel existieren; wir kennen – wenn wir uns denn dafür interessieren – ihre Namen, die ihnen von Wissenschaftlern oder Vogelliebhabern gegeben wurden. Manchmal erinnern wir die Namen, wissen aber nicht, wie die dazugehörige Vogelart aussieht – und ob es sie überhaupt noch gibt. Wir wissen, dass die Natur nicht (mehr) gottgegeben ist – ebenso wenig wie die Namen der Vogelarten, welche dazu dienten, Tiere, die von uns nach Farbe und Körper unterschieden wurden, wieder zu erkennen – und sie im Bedarfsfall zählen zu können. Wobei da die Pausen, die Leerstellen inzwischen immer grösser werden, einfach, weil es weniger zu sehen, zu hören, zu zählen gibt. 

In der Dichtung von Angela Hausheer wird eine Realität aufgehoben – sowohl die Erinnerung an die poetische Kraft der Benennungen wie auch die Gestaltung der Wirklichkeit durch das Spiel der Sprache, der Worte, der Betonungen und eben der Freiräume – all das, was man kaum in Käfige stecken kann. 

Für die Vögel, 2019
29-teilige Spracharbeit
Collage, Digital-Druck auf Papier, je 29.7 x 42 cm
Adaptiert 2021 für das Panoramafenster in der Kunsthalle Appenzell. Digitaldruck

Performance
Für die Vögel
Performatives Sound-Poem in Zusammenarbeit mit Leo Bachmann
30. Januar 2022, 15 Uhr

«In der Live-Situation performe ich die entstandenen Texte zusammen mit dem Tubisten Leo Bachmann. Es sind performative Erkundungen zwischen Sprache und Klang, Komposition und Improvisation» (AH).