Heimspiel 2021

Selina Reiterer

Ausgestellt in

Kunsthalle Appenzell
Ziegeleistrasse 14
CH-9050 Appenzell
+41 71 788 18 60
h-gebertka.ch
Di–Sa 14–17 Uhr
So 11–17 Uhr

«Die textile Arbeit ‘Turing’ wurde aus schwarzen und weissen Wollgarnen handgefertigt, welche eine Struktur bilden und einem bestimmten Prinzip folgen. Ähnlich wie bei Alan Turings Theorie zur Strukturbildung auf Tierfellen, scheinen sich die Garne spontan und wie eine chemische Reaktion in einem geordneten System auszubilden. Das Muster könnte sich auf diese Art und Weise unendlich weiter ausbreiten, doch wurde nach einer bestimmten Grösse die Entscheidung einer Begrenzung oder eines Ausschnitts getroffen» (SR).

Teppiche als Ortsbestimmungen, die zugleich meist Eigentum einer bestimmten Person oder einer bestimmten Personengruppe sind, können als eine der kleinsten Einheiten eines räumlichen Bereichs gesehen werden, der sich gegen andere abgrenzt. Ausserhalb des Teppichrandes liegt das Andere, das Fremde, das strukturell nicht damit Verwobene – das aktiv oder passiv draussen gehalten wird. Der Schutz des menschlichen Körpers vor einigen unangenehmen Eigenschaften des Bodens, der Erde – Kälte, Feuchtigkeit, Unebenheit usw. – wird so zu einer virtuellen Kammer, die kaum mehr als Schwarz-Weiss-Denken erlaubt.

Turing, 2019
Wollgarn, handgestickt
Ø 150 cm